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3.2.2016 : Vernissage der Ausstellung »Weltethos«
fand großen Anklang


Mit herzlichen Begrüßungen kamen die Besucher der Vernissage am Abend des 3. Februar in das Foyer der Volkshochschule Halstenbek – viele interessierte Gäste – unter ihnen die Bürgermeisterin von Halstenbek, Frau Hoß-Rickmann – hatten sich zur Eröffnung der Ausstellung »Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos« eingefunden. Ansprechende Tafeln zogen die Blicke schon beim Betreten des Raumes auf sich und luden zur eingehenden Betrachtung ein. Prägnant und gut verständlich werden hierauf verschiedene Weltreligionen präsentiert und besonders ihre ethischen Grundprinzipien herausgestellt.

Mit der Begrüßung durch die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Regina Bohla begann der offizielle Teil. Die Idee, die Ausstellung der Stiftung Weltethos in die katholische Pfarrei St. Katharina nach Pinneberg und Halstenbek zu holen, entstand bereits im Mai 2015 in der AG Öffentlichkeitsarbeit, erinnerte Frau Bohla. Dass die Ausstellung, die auf die Arbeiten des Theologen Hans Küng zurückgeht, durch die Zuwanderungswelle an besonderer Aktualität gewinnen würde, war zu jenem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Der guten ökumenischen Zusammenarbeit mit Pastor Dierks von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde sei es zu verdanken, dass die Umsetzung in dieser Form möglich war.

Die Leiterin der VHS Halstenbek, Frau Beate Lorkowski, betonte ebenfalls die Aktualität der Ausstellung und äußerte sich erfreut darüber, dass die VHS auf diese Weise einen weiteren Beitrag zur Integrationsarbeit leisten kann.

Thomas Drope, Propst des Kirchenkreises Hamburg-Nordwest/Südholstein, griff den Grundgedanken der Ausstellung auf: Vielfach würden Religionen als Stifter von Konflikten und Unfrieden dargestellt; Demagogen missbrauchten den Glauben, um Unrecht und Kriege gegenüber dem Volk zu legitimieren. Verkannt werde aber häufig, dass die zentrale Grundlage aller Glaubensgemeinschaften kein Aufruf zur Gewalt, sondern vielmehr ein gemeinsames Ethos ist, das als Basis für ein friedliches Zusammenleben dienen soll. Umso wichtiger sei daher ein Dialog der Religionen – man müsse die eigene Religion kennen und andere kennenlernen, denn: »Der Frieden, den Religion schaffen kann, geht uns alle an.«

Als Sprecher des Pfarrgemeinderates und des Vorbereitungsteams wies Georg Zimmerer darauf hin, dass die katholische Kirchengemeinde in Halstenbek ihre Existenz der Flüchtlingswelle nach dem zweiten Weltkrieg zu verdanken habe und daher in besonderem Maße verpflichtet sei, mit der Ausstellung den interkulturellen Austausch zu fördern und Vorurteile auszuräumen – gerade hinsichtlich der aktuellen Zuwanderungssituation. Und er konnte mit einer interessanten Reminiszenz aufwarten: Die erste katholische Heilige Messe in Halstenbek wurde am 17. November 1946 in einem Klassenraum der damaligen Schule Nord, dem Ort der Ausstellung, gefeiert, lange bevor die Herz-Jesu Kirche gebaut wurde.

Zuletzt lobte Rolf Stark von der Initiative Weltethos e. V. die gute ökumenische Zusammenarbeit und hob hervor, dass die Stärkung der Ökumene zwischen allen Religionen ein wichtiges Ziel der Ausstellung sei. Darüber hinaus solle sie verdeutlichen, dass die allen Religionen immanente »geheime Weltordnung« auch als gemeinsamer Nenner auf säkularer Ebene wiederzufinden ist, besonders in der Philosophie. Das Weltethos ist also keine rein religiöse Angelegenheit, sondern »geht uns alle an«. Das war auch der Anlass, in den 1990er Jahren die Initiative Weltethos in Form eines kirchenunabhängigen Vereins ins Leben zu rufen. Herr Stark begrüßte insofern sehr, dass neben Kirchen zunehmend Schulen und öffentliche Institutionen die Ausstellung ausleihen – der Standort im Foyer der VHS sei daher ideal, um eine breite Zielgruppe anzusprechen.

Bei vielen netten Gesprächen bei Brezeln und Wein – vom rührigen Vorbereitungsteam, bestehend aus den Ehepaaren Kosmale und Zimmerer, organisiert – fand der Abend seinen Abschluss.

Der neue Standort erwies sich schon bei den Aufbauarbeiten als bestens geeignet, um Interesse zu wecken: Neben etlichen neugierigen Bibliotheksbesuchern sei besonders auf einen jungen Sprachkursteilnehmer hingewiesen, der auf dem Weg aus dem Klassenraum interessiert auf die Tafeln schaute und spontane Unterstützung bei der Montage anbot. Ein reger Austausch kam auf diese Weise zustande – und welche Ausstellung kann schon von sich behaupten, ihr Ziel bereits vor der Eröffnung erreicht zu haben?

Hendrik Schwager


Erste Eindrücke nach der Ausstellungseröffnung in der VHS

Was sich schon vor und bei der Vernissage abzeichnete, hat sich in den ersten Tagen auf das Beste bestätigt: die Ausstellung erregt Aufmerksamkeit bei den vielen Besuchern der Bücherei und der Volkshochschule. Menschen der unterschiedlichsten Herkunft und jeden Alters verweilen im Foyer. Ein flüchtiger Blick vor Kursbeginn führt zu langem Verweilen nach dem Ende, ein Rundgang wird oft mit dem Erwerb der Ausstellungsbroschüre anlässlich der Buchausleihe abgeschlossen. Und fremde Menschen kommen miteinander ins Gespräch: Über Religion als solche, über die Probleme der Religionen miteinander, über die unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen der Zuwanderer und, fast immer erstaunt, über die Gemeinsamkeiten der Religionen und der Philosophen hinsichtlich der ethischen Aussagen und Forderungen: »Was du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!« lernen so oder ähnlich alle Kinder der Welt, gleich welcher Nationalität, welcher Religion oder welcher Weltanschauung. Wünschen wir dem Projekt weiterhin einen gleichermaßen intensiven wie spannenden Verlauf!

Walter Kosmale