Evangelisch
Ökumenisch
Katholisch
Impressum

Interview mit Meine Janssen, Vorsitzender des Kirchengemeinderats





Redaktion: Sie sind der neue Vorsitzende des am 27.11.2016 gewählten Kirchengemeinderats. Welche Aufgaben hat der KGR?
Meine Janssen: Die Aufgaben des Kirchengemeinderats (KGR) ergeben sich aus der Verfassung der Nordkirche und der Kirchengemeindeordnung, wo es heißt: „Die Kirchengemeinde wird durch den Kirchengemeinderat geleitet.“ Der KGR hat dafür zu sorgen, dass die Botschaft des Evangeliums verkündigt und immer wieder erfahrbar gemacht wird. Dazu ist das Leben der Kirchengemeinde zu gestalten. Hierzu gehört die Verantwortung für die Gestaltung der Gottesdienste, aber auch für die Pflege der Kirchenmusik und für ein vielfältiges Angebot für unterschiedliche Altersgruppen.
Die Verwaltung der Kirchengemeinde ist ein wichtiger Punkt in der Arbeit des KGR: Die beginnt bei den Finanzen mit dem Beschluss zum Haushaltsplan, in dem die geplanten Ausgaben und Einnahmen zu veranschlagen sind. Dann ist immer wieder über Anschaffungen und Beauftragungen zum Unterhalt der Gebäude und Einrichtungen zu entscheiden. Und am Ende des Haushaltsjahres ist das Jahresergebnis zu prüfen.
Diese Fragestellungen und Beschlüsse gibt es auch für die Bereiche der KiTa der Erlöserkirche und der betreuten Grundschule an der Bek.
Anpassungen im Stellenplan, Ausschreibungen und Einstellungen sind vorzunehmen, aber z.B. ist auch die Bestimmung über den Zweck der sonntäglichen Kollekten regelmäßiger Tagesordnungspunkt.

Wie sind Sie zu diesem Amt gekommen und welche Aufgaben haben Sie?
Seit 2008 bin ich im Kirchengemeinderat. Dort habe ich in einigen Ausschüssen mitgearbeitet, seit 2014 bin ich stellvertretender Vorsitzender des KGR und Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss / Finanzausschuss. Nachdem der langjährige Vorsitzender des KGR, Norbert Dierks, erklärt hat, nicht wieder für dieses Amt zu kandidieren, wurde ich vorgeschlagen und am 23.01.2017 vom neuen KGR in dieses Amt gewählt. Der Vorsitzende hat nicht nur die Leitung der KGR-Sitzung, sondern ihm obliegt die Geschäftsführung der Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Vorsitzenden und dem Geschäftsführenden Ausschuss. Es sind die Sitzungen des KGR vorzubereiten durch Aufstellung einer vorläufigen Tagesordnung und der Bereitstellung der Beratungsunterlagen. Nach der KGR-Sitzung sind die Beschlüsse des KGR umzusetzen, z.B. sind Angebote einzuholen, Beauftragungen vorzunehmen, Informationen weiterzugeben, usw.

Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten nehmen Sie außerdem noch wahr?
Innerhalb der Kirchengemeinde ist mit dem Vorsitz im Kirchengemeinderat automatisch die Mitgliedschaft im Geschäftsführenden Ausschuss / Finanzausschuss (GA/FA) verbunden.
Die Ökumene ist für mich ein wichtiger Bereich. Dies hat mich in Halstenbek zum Verein für die Straßenkinder von Maceió geführt, wo ein gemeinsames Engagement von Mitgliedern aus evangelischer und katholischer Kirchengemeinde gegeben ist. Im Vorstand des Vereins bin ich als Kassenwart tätig.
Auf der Ebene des Kirchenkreises Hamburg West/Südholstein bin ich stellvertretendes Mitglied der Kirchenkreissynode und im Komitee für die Südafrika-Partnerschaft des Kirchenkreise mit Pietermaritzburg eingebunden.
Im Verein der Freunde und Förderer der Physik an der Universität Hamburg habe ich das Amt eines Kassenprüfers.

Welche Aktivitäten sind in nächster Zeit in unserer Kirchengemeinde zu erwarten?
Nachdem in den letzten Jahren Sanierungsarbeiten an der Arche Noah erfolgt sind, richtet sich jetzt der Fokus auf die Erlöserkirche und dem dazugehörigen Gemeindezentrum. In der nächsten Zeit werden wir Baugerüste an der Erlöserkirche sehen. An einigen Stellen ist das Giebelmauerwerk auszubessern. Eine andere Maßnahme betrifft die Aufhängung der Glocken im Kirchturm. Diese besteht aus Stahlträgern, die angefangen haben zu rosten. Vom Glockensachverständigen wurde hier der Austausch gegen eine Holzaufhängung empfohlen. Ebenfalls sind die Kirchenfenster in die Jahre gekommen und benötigen eine Überholung. Und danach ist auch ein Neueinstrich im Kircheninneren erforderlich.
Nach dem Weggang von Frau Ko ist die Kirchenmusikerstelle vakant. Als Übergangslösung proben die beiden Chöre z.Z. gemeinsam, unter der Leitung von Stefan Rasch, für ein Konzert Anfang Juli. Das Verfahren zur Wiederbesetzung der Stelle ist gestartet. Ansonsten ist bei uns immer etwas los: Seien es die Frühstückstreffen in der Arche, die Spieltreffen für Kleinkinder, die Spielkreise und -nachmittage, das Treffen der Pfadfinder, etc.

Wie könnte man den leider kontinuierlichen Austritten begegnen?
Das ist ein schwieriges Thema. Im gesellschaftlichen Wandel ist insgesamt zu beobachten, dass eine langfristige, feste Bindung seltener zu finden ist (z.B. in Vereinen). Aber gerade darum ist es eine Aufgabe für uns alle, deutlich zu machen: Wofür steht die Kirche? Und warum ist es gut, wenn ich Mitglied der Kirche bleibe oder (wieder) werde? Dazu muss ich Kirche in vielfältiger Weise erleben können. Aber das ist ähnlich wie beim Gottesdienst, nur wenn ich durch den Besuch auch die Möglichkeit schaffe, kann ich den Dienst Gottes spüren.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang verlaufen?
Auf einem Bauernhof in Ostfriesland bin ich aufgewachsen und habe erst den Realschulabschluss und dann das Abitur im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig gemacht. Es schloss sich zunächst die Ableistung des Wehrdienstes an. Danach habe ich in Kiel das Studium aufgenommen und 1978 mit dem Diplom in Mathematik abgeschlossen. Mein Einstieg in das Berufsleben erfolgte bei einem großen Versicherungsunternehmen in Hamburg, im Bereich der EDV. Anfänglich ging es um die Programmierarbeiten, danach eher um Systemplanungs- und Koordinationstätigkeiten. Als Referatsleiter lag der Schwerpunkt anschließend im Bereich der Personalführung und Projektleitung. Dies war auch eine standortübergreifende Fragestellung und ich war einige Jahre regelmäßig auf Dienstreise. So war für mich die Entscheidung für die Altersteilzeit nicht schwierig. Die Perspektive war für mich, den Freiraum in zweierlei Hinsicht zu nutzen: Erstens im Rahmen des Kontaktstudiums an der Universität Hamburg noch einmal zu studieren, mit dem Schwerpunkt in der Physik, und zweitens eine ehrenamtliche Arbeit im kirchlichen Rahmen aufzunehmen.

Wie wohl fühlen Sie sich in der Gemeinde Halstenbek?
Meine Frau und ich wohnen seit 1984 in Halstenbek und fühlen uns hier sehr wohl. Für mich ist die Lage ein guter Kompromiss: Die Nähe Hamburgs mit seinen vielen Möglichkeiten, für mich besonders die Uni – und anderseits sind wir in Halstenbek schnell im Grünen. Und dann gehören zum Wohlfühlen natürlich auch die Menschen hier: nette Nachbarn, Freunde und Bekannte.

Wie stehen Sie im Allgemeinen zur Kirche und im Besonderen zur Kirchengemeinde?
Seit meiner Konfirmation stand zwar ein Kirchenaustritt nie zur Debatte, jedoch war eine längere Zeit der Abstand zur Kirche doch recht groß. Im weiteren Verlauf hat sich dies jedoch wieder geändert: Einerseits in der persönlichen Erfahrung im Gottesdienstbesuch, anderseits ist für mich Kirche ein wichtiger Teilnehmer im gesellschaftlichen Kontext.

Wie finden Sie die Gestaltung des Gemeindebriefes und der Homepage?
Die Neugestaltung des Gemeindebriefes hat noch einmal neue Impulse gegeben, es ist farbig geworden und damit sehr viel lebendiger. Dies findet sich wieder in der sehr schön gestalteten Homepage. Hier ist die Aktualität der Berichterstattung und der Hinweise ganz besonders hervorzuheben.

Das Interview führte Klaus Badewitz.