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Interview mit Judith Möller



In unserer Kirchengemeinde Halstenbek gibt es zwei offene Spieltreffs. Das sind Eltern-Kind-Gruppen, die sich speziell an Eltern mit kleinen Babys und Krabbelkindern richten. „Offen“ heißt in diesem Zusammenhang, dass die Teilnehmer sich nicht anmelden müssen, man kommt, wenn und wann man kann, zu der Zeit, die in den Familienrhythmus passt. Denn es ist in jeder Familie anders, wann Kleinkinder noch Mittagsschlaf machen oder abends nach Hause müssen, um pünktlich Abendbrei zu bekommen oder schon schlafen zu gehen... Zu Beginn der Spieltreffs wird etwa eine halbe Stunde gesungen. Danach gibt es eine Spielphase für die Kinder, die Eltern können sich austauschen. Jede Familie bringt etwas zu Essen für den Nachmittagssnack selbst mit. Kaffee und Wasser stehen bereit. Die letzte halbe Stunde werden noch einmal Singspiele wie „Teddybär dreh dich um“ und natürlich „Alle Leut gehen jetzt nach Haus“ gesungen.

Seit dem Frühsommer 2013 leitet Judith Möller den Spieltreff im Gemeindehaus in der Erlöserkirche. Unsere Diakon Anna-Lena Krijan, die den Spieltreff in der Arche Noah organisiert, hat ihr ein paar Fragen gestellt.

Anna-Lena Krijan: Hallo Judith! Magst du dich einmal unseren Gemeindebrieflesern vorstellen? Wie alt du bist, seit wann du in Halstenbek wohnst, wer noch zu dir gehört?
Judith Möller: Hallo, ich bin fast 38 Jahre alt und wohne seit 2009 in Halstenbek. Zu meiner kleinen Familie gehören noch mein Mann Manuel und Tochter Melina.

Seit 2012 kennen wir uns. Du kamst damals in meinen Spieltreff in die Arche Noah. Wie hattest du davon gehört?
Ich habe davon im Gemeindebrief gelesen und bin neugierig gewesen.

Du bist eigentlich Krankenschwester, oder? Wie kam es, dass du dich entschieden hast, Tagesmutter zu werden?
Bei dir im Spielkreis damals habe ich davon erzählt, dass ich nach der Elternzeit nicht wieder in die Pflege gehen möchte, aber auch nicht weiß, wie die Veränderung aussehen soll. Doch durch den Austausch der Mütter wurde die Idee geboren, Tagesmutter zu werden. Ich fand großen Gefallen daran und nach ca. 4-5 Wochen war es dann beschlossene Sache.

Warum ist dir der Spieltreff so wichtig, warum machst du jeden Mittwoch den Spieltreff weiter? Melina ist nun schon groß, sie braucht doch keine Rhythmus-Spiele und Abzählreime mehr.
Es ist mir wichtig, in der Gemeinde tätig zu sein, „ein Teil davon" zu sein, ich möchte Kontakte knüpfen, aber vor allem mit den Kids und Eltern Gemeinschaft und Austausch erfahren. Es ist so nett, einfach zu quatschen und zu erleben, wie sich die Kinder entfalten und durch ganz einfache Dinge lernen. Melina ist dann und wann auch mal dabei und auch das funktioniert super, klein lernt von groß und anders herum.

Was ist der Vorteil eines offenen Angebotes für die Eltern bzw. Familien? Oder vielleicht sowieso an Gruppen für Kleinkinder mit Eltern?
Dass es keine Verpflichtungen gibt und kein „Pünktlichkeitsdruck“ herrscht. Eltern und auch Kinder können zwanglos Zeit miteinander verbringen und Erfahrungen teilen. Kinder lernen, sich mit Kindern anzufreunden und auch auseinander zu setzen. Ich selber fand und finde es immer noch super interessant, von Unternehmungen und auch Erfahrungen anderer Eltern zu hören. Es ist toll, da noch immer was für mich rausziehen zu können.

Hat dich ein Kind schon mal überrumpelt und dir eine schwere (Glaubens-) Frage gestellt? Wenn ja, welche? Wie hast du reagiert?
Eine wirkliche Frage nicht, jedoch ist das Thema Tod schon oft viel präsenter als man oft denkt. Wenn ein Großelternteil oder sogar ein Elternteil verstorben ist, dann finde ich es manchmal schwer, direkt gut zu reagieren, da die Kinder ja zu den für einen Erwachsenen „unmöglichsten" Zeitpunkt an etwas erinnert werden oder etwas wissen möchten, z.B. warum jemand verstorben ist. Gelernt habe ich mittlerweile, dass einfache aber ehrliche Antworten oft reichen und helfen. Es ist auch gut, die Kinder spüren zu lassen, dass sie mit ihren Fragen und Problemen nicht alleine sind. Sie sollen spüren, dass es gut tut, von eigenen Erfahrungen zu erzählen.

Gibt es etwas, was du dir in unserer Kirchengemeinde für Eltern mit Kleinkindern wünschst? Brauchen wir weitere Angebote?
Für Kinder ab ca. 6 Jahre würde ich mir so etwas wie eine Jungschar wünschen, ein wenig Bibelarbeit, spielen und singen in einer Runde, wo man sich auch austauschen kann. Das fände ich super. Ich weiß zwar durchaus, dass es schon Angebote gibt wie die Pfadfinder und auch die Kinderchöre. Doch glaube ich schon, dass es noch viele Kids hier gibt, die man damit nicht erreicht. Aber ich weiss auch, dass es schwer ist, jemanden zu finden, der sich dieser Aufgabe annehmen möchte.

Mal auf ganz Halstenbek geschaut: könnte da mehr für Babys und Kleinkinder gemacht werden? Was erzählen dir deine Tageskinderfamilien, welche Bedürfnisse gibt es und werden sie befriedigt?
Da höre und erlebe ich doch große Zufriedenheit. Spielplätze und Spielangebote sind vorhanden und werden genutzt.

Zum Abschluss noch schnell drei ganz andere Fragen: Welches Buch liest du gerade? Was ist dein Lieblingslied im Spieltreff? Was nimmst du auf eine einsame Insel mit?
„Nicht ein Wort“, ein Thriller von Brad Parks; „Wenn du fröhlich bist“; Meine Familie.