Evangelisch
Ökumenisch
Katholisch
Impressum&Datenschutz

Großes Konzert am Samstag, 18. Mai, 18 Uhr, Erlöserkirche




- Aufführung der Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Felix Mendelsohn Barholdy,
mit Kirchenchor Halstenbek, Henrike Puskeppel (Mezzo-Sopran) und Mitgliedern des „Concerto Elmshorn“

- Posaunenkonzert in Es-Dur von Georg Christoph Wagenseil,
mit Mateusz Dwulecki (Posaune)

- Chorstücke: Choral „Jesu bleibt meine Freude“ von J. S. Bach, „Ave Verum“ von W. A. Mozart, „Singt, singt dem Herrn neue Lieder“ von F. Metzler und „Adon olam“ von D. A. de Sola


Leitung: Kantor George Nita

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten!






Interview mit Kantor George Nita



Im Herbst letzten Jahres hat George Nita begonnen, in der Kirchengemeinde Halstenbek als Kantor zu arbeiten. Nun hat der Kirchengemeinderat beschlossen, ihn nach Ablauf der Probezeit ganz in den Dienst zu übernehmen. Im Gottesdienst am Ostermontag wurde er offiziell in sein Amt eingeführt. Anlaß genug, um mit ihm über seine Pläne und Wünsche als Kirchenmusiker in Halstenbek ins Gespräch zu kommen.

Redaktion: Wann und wie sind Sie nach Deutschland gekommen?
George Nita: Schon 2003, als ich mich noch im letzten Semester meines ersten Musikstudiums in Bukarest (Rumänien) befand, erhielt ich eine Einladung von einem Künstler, der schon länger in Deutschland lebte und Panflöte spielte. Er suchte einen Klavier- und Orgelspieler, der ihn langfristig auf Konzerttourneen begleiten sollte. So kam ich im August 2003 nach Deutschland, 2 Monate nach meiner Diplomabschlussprüfung und begleitete dann den Panflötist auf mehr als 800 Konzerten in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Belgien und Luxembourg.

Sie sind seit Oktober 2018 bei uns als Kirchenmusiker tätig. Wie sind Sie zur Kirchengemeinde Halstenbek gekommen?
Als ich die Stellenausschreibung las, war ich der Meinung, dass die Anforderungen und Erwartungen der Gemeinde im Großen und Ganzen zu meinem Profil passen würden. Deswegen hatte ich beschlossen, mich für die Kirchenmusikerstelle in Halstenbek zu bewerben. Ich wurde erst zum Vorstellungsgespräch und eine Woche später zu einer praktischen Vorstellung eingeladen.

Haben Sie sich hier schon etwas „eingelebt“?
Rein beruflich glaube ich, dass ich in Halstenbek gut gestartet bin. Von Anfang an wurde ich von den anderen Kirchenmitarbeitern, Musikgruppen und Gemeindemitgliedern gut aufgenommen und habe Unterstützung bekommen wo es nötig war. Persönlich musste ich noch abwarten, dass meine Probezeit zu Ende ging. Erst jetzt kann ich eine passende Wohnung für mich und meine Frau suchen – die noch in Bayreuth / Bayern wohnt und arbeitet – und hoffe, dass wir bald in Halstenbek langfristig leben können.

Wie sind Sie zur Musik und insbesondere zur Kirchenmusik gekommen?
Als ich 3 Jahre alt war, haben meine Eltern eine Reise nach Kiew in die damalige Sowjetunion unternommen. Von dort haben sie mir ein kleines Knopf-Akkordeon als Spielzeug mitgebracht. Keiner kann sagen wie das passierte, aber ein Jahr später spielte ich das Akkordeon bei der Kindergarten-Jahresabschlussfeier. Mit 7 Jahren habe ich mit Klavierunterricht angefangen. Ich wollte eigentlich Klavierlehrer werden, Gott hatte aber wohl andere Pläne mit mir. Nicht weit weg von unserer Wohnung in Bayreuth befand sich die ev. Hochschule für Kirchenmusik. Die Idee, Kirchenmusik zu studieren sprach mich an, weil ich die Verbindung zwischen zwei treuen Lebensbegleitern erst da erkannt habe: Musik und der christliche Glaube. Somit glaube ich, dass ich als Kirchenmusiker eine bessere Möglichkeit habe, die mir „anvertrauten Talente“ zu vermehren.

Wann, wo und was haben Sie studiert?
Als ich 10 Jahre alt war ging ich nach Bukarest um Klavier und Musik an der Musikschule und später auch Musikgymnasium „Dinu Lipatti“ zu studieren. Danach kam das Musikpädagogikstudium mit Hauptfach Klavier an der Musikuniversität in Bukarest (1998 – 2003) und Studium der Kirchenmusik (B-Diplom) in Bayreuth (2010 – 2015).

Wann und wo waren Sie schon als Kirchenmusiker tätig?
Schon seit Anfang meines Kirchenmusikstudiums war ich in verschiedenen Kirchen in Bayreuth als Organist und Pianist tätig, auf Honorarbasis in der Epiphaniaskirche Laineck und dann als Vertragsorganist in der Christuskirche. Wie in Bayern für hauptamtliche Kirchenmusikabsolventen üblich, hatte ich gleich nach der Diplomprüfung ein Jahrespraktikum absolvieren müssen. Zwischen 2016 bis zu meinem Beginn in Halstenbek arbeitete ich als hauptamtlicher Kantor in der ev. Kirchengemeinde St. Martin in Heilbad Heiligenstadt / Thüringen.

Wie finden Sie unsere Orgel?
Ich bin mit unserer Orgel zufrieden, vor allem, dass sie sich in einem guten und gepflegten Zustand befindet, schöne Registrierungsmöglichkeiten bietet und nicht zuletzt auch im Winter spielbar ist. Für unsere Kirche ist die Orgel vielleicht manchmal sehr direkt und deutlich, aber ich glaube, dass es mir nach dem Feedback einiger Gottesdienstbesucher gelungen ist, den Klang dementsprechend anzupassen.

Wie ist die Arbeit mit den verschiedenen Chören?
Weil wir schon zwei Kinderchöre, einen Jugendchor sowie die Kantorei haben, freue ich mich sehr über die Vielfalt der Musik, die man mit mehreren Chören verschiedener Altersgruppen einstudieren kann. Die Chorproben machen mir viel Spaß, sehr oft merke ich, dass die Zeit während der Probe schnell verfliegt. Und es geht nicht immer nur um die Musik, sondern auch die Arbeit mit Menschen bereichert mich sehr.

Haben Sie neben der beruflichen Belastung noch Zeit für Hobbys?
Mein berufliches aber auch persönliches Leben ist ja eng mit Musik verbunden. Mir bringt es viel Freude, dass ich auch 2019 immer noch Kassetten, Tonbänder und Schallplatten benutzen kann! Die sind zwar mittlerweile eine Seltenheit geworden, ich musste aber überraschend feststellen, dass eine Kassette oder Schallplatte sehr gut klingen kann und dazu deutlich mehr Emotion und Hörerlebnis im Vergleich mit Handy- und Kopfhörer-Musik bereiten kann.
Außerdem schaue ich gerne Fußball, Tennis und Snooker an und habe vor, HSV-Spiele bald live zu verfolgen.

Welche Konzerte haben Sie geplant?
Am Samstag, den 18. Mai um 18 Uhr in der Erlöserkirche werden unsere Kantorei und Mitglieder des „Concerto Elmshorn“ die Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aufführen. Mit dabei wird Henrike Puskeppel als Solo Mezzosopran sein. Dazu werden auch ein Posaunenkonzert von Georg Christoph Wagenseil mit Mateusz Dwulecki als Solo Posaunist sowie andere Chorstücke verschiedener Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart usw. zu hören sein.
Da ich den Panflötenklang sehr zu schätzen lernte, möchte ich in der kommenden Zeit eine Möglichkeit finden, um für unsere Gemeinde ein Panflöte- und Orgel-Konzert anzubieten. Wenn das klappen wird, kann ich schon im Voraus versprechen, dass das einzigartig sein wird.

Haben Sie noch evtl. einige persönliche Angaben oder Anregungen?
Ich freue mich auf meine Arbeit in Halstenbek, ich bin dankbar für das, was ich schon vor Ort an Menschen, Mitarbeitern und Instrumenten gefunden habe und hoffe auf eine langjährige und erfolgreiche Kirchenmusik zur Ehre Gottes.

Das Interview führte Klaus Badewitz.