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Frag mal die Vikarin



Eva (5) fragt: Warum bekommt man bei der Taufe Wasser auf den Kopf?

Liebe Eva,
das ist eine ganz wichtige Frage. Für dich ist sie besonders wichtig, weil deine Schwester Julie im September ja auch getauft wird.

Wenn Jemand getauft wird, dann läuft das so ab: Ein ganz kleines Kind muss über das Taufbecken gehalten werden, meistens macht das der Patenonkel oder die Patentante. Dann sagt der Pastor oder die Pastorin ganz laut:
„Ich taufe dich im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dabei nimmt er oder sie etwas Wasser in die Hand und macht vorsichtig die Stirn des Kindes nass. Das muss dreimal gemacht werden, das ist ganz wichtig. Unser Gott besteht aus drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist und deswegen muss auch die Stirn dreimal nass gemacht werden. Wenn der Mensch, der sich taufen lässt, schon größer ist, dann kann er oder sie sich einfach ans Taufbecken stellen.

Wir können an vielen Orten mit Wasser taufen: In einem Meer, an einem See, sogar in einem Planschbecken. Es ist egal, welches Wasser wir haben, aber es sollte natürlich sauber sein.
Jesus wurde damals in einem Fluss getauft von Johannes dem Täufer. Aus dieser Geschichte, die auch in der Bibel steht, ist dann eine Tradition entstanden. Das heißt: Alle Menschen, die an Jesus geglaubt haben, wollten auch getauft werden. Es wurde dann zu einem besonderen Ereignis. Alle Christen sind mit Wasser getauft worden.

Aber du hast ja gefragt, warum wir mit Wasser taufen. Wasser hat eine große Bedeutung für uns. Ohne Wasser kann nichts auf der Welt leben. Es gäbe keine Fische, Bäume und Pflanzen könnten nicht wachsen und auch der Mensch kann ohne Wasser ja gar nicht leben. Wasser bedeutet Leben und wenn wir mit Wasser taufen, erinnern wir uns daran, wie wunderbar Gott uns und das Leben gemacht hat.

Mit Wasser kann man sich auch waschen. Wenn wir duschen oder uns die Hände waschen, dann spülen wir den ganzen Dreck weg und sind hinterher wieder wunderbar sauber. Bei der Taufe soll alles Böse und Schlechte vom Täufling abgewaschen werden. Das nahm man früher auch noch ganz wörtlich: Jesus bekam nicht nur etwas Wasser auf die Stirn, er wurde ganz untergetaucht, wie in einer Badewanne.

Wenn also Pastor Malte deine Schwester im September tauft, dann tut er ihr Wasser über die Stirn, um an all das zu erinnern. Wenn Jemand getauft wird, dann sagt er „Ja“ zum Leben und „Ja“ zu Gott. Weil deine Schwester noch so klein ist, sagen deine Eltern für Julie „Ja“ zu Gott. Das Wasser soll dann, bildlich gesprochen, alles Schlechte von deiner Schwester abwaschen. Dann gehört deine kleine Schwester zu der Gemeinschaft der Christen dazu.

Liebe Grüße,
deine Vikarin Alisa Mühlfried



Hast du auch eine wichtige Frage zu Gott, der Kirche oder dem Christentum? Dann schreibe mir einen Brief und stecke ihn bei der Kirche in den Briefkasten oder schreibe mir mit deinen Eltern eine E-Mail an a.muehlfried@googlemail.com. Ich antworte auf jede Frage und eine wird dann im nächsten Gemeindebrief abgedruckt.