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Telefonseelsorge



Die Sorgen von der Seele reden…

Gestresst, traurig, einsam, überfordert, verzweifelt. Wir alle kennen diese Gefühle. Manchmal geht es uns einfach schlecht. Manchmal ist einfach alles zu viel. Dann ist vielleicht niemand da, mit dem oder der wir sprechen können oder möchten. Ein Angebot, das immer erreichbar ist und ein offenes Ohr hat, ist die TelefonSeelsorge.

Wir alle besitzen ein Handy oder ein Telefon und müssen nur die Nummer der TelefonSeelsorge wählen, um direkt in Kontakt mit jemandem zu sein, der oder die uns zuhört. Dieses niedrig-schwellige Angebot wird in Deutschland viel genutzt. Rund eine Million Anrufe vermerkt die TelefonSeelsorge jährlich. Die TelefonSeelsorge ist ein Netzwerk von 103 Stellen in Deutschland. Dort arbeiten rund 300 Festangestellte und 7500 ausgebildete Ehrenamtliche. Träger des Angebots sind die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland.
Da Sorgen zu jeder Tageszeit schwer belasten, ist die TelefonSeelsorge 365 Tage im Jahr und 24 Stunden täglich für alle erreichbar. Dabei spielen Name, Alter, Beruf, Geschlecht und Religionszugehörigkeit keine Rolle. Die Anrufe sind anonym und kostenlos.

Inhalt eines Telefonats kann alles sein: Angst und Trauer wegen einer Trennung, Arbeitslosigkeit, Sucht, Krankheit, Einsamkeit, Verzweiflung oder auch Suizidalität. Die Anrufe werden von gut ausgebildeten Seelsorger*innen angenommen, die ein offenes Ohr haben und den Raum bieten, sich die eigenen Sorgen von der Seele zu reden.
Ins Leben gerufen wurde die TelefonSeelsorge in Deutschland im Jahr 1956 von Klaus Thomas, einem Berliner Arzt, Psychotherapeut und Pfarrer, der seine private Telefonnummer veröffentlichte, um Suizidprävention zu betreiben. Ein Jahr später entstanden die Stellen in Kassel und Frankfurt und man einigte sich auf den Namen „TelefonSeelsorge“. In den darauffolgenden Jahren gab es überall in Deutschland Neugründungen, 1959 wurde die Stelle in Hamburg gegründet. Heute gibt es neben der Möglichkeit, bei der TelefonSeelsorge anzurufen, auch die Option in einem von 27 Standorten kurzfristig für ein Seelsorgegespräch vorbeizukommen, oder die TelefonSeelsorge online per Mail oder Chat zu erreichen.
Eine weitere Art der TelefonSeelsorge, die mit ihrem Standort in Hamburg einzigartig ist, ist die studentische TelefonSeelsorge der evangelischen Studierendengemeinde: kurz Stuts. Die studentische TelefonSeelsorge gehört zur allgemeinen TelefonSeelsorge, hat aber eine eigene, eine Hamburger Nummer. Die Stuts bildet seit über vierzig Jahren jedes Semester Studierende zu TelefonSeelsorger*innen aus, die täglich von 20-24 Uhr von überall erreichbar sind. Dieses Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen Sorgen haben und jemanden brauchen, der oder die ihnen zuhört. Es kann gut sein, dass Sie einen Sticker der Stuts an Ampeln oder Straßenlaternen bemerken, wenn Sie in Hamburg unterwegs sind. Die studentische TelefonSeelsorge macht mit den Aufklebern Werbung und möchte zugleich deutlich machen, dass niemand alleine sein muss, sondern jeden Abend jemand per Telefon erreichbar ist.
Ein weiteres Angebot, das spezifischer per Telefon Unterstützung bietet, ist das Heimwegtelefon. Das Heimwegtelefon wurde ins Leben gerufen, um Menschen, die sich abends auf dem Heimweg alleine unwohl fühlen, einen Kontakt zu bieten, der sie bis nach Hause begleitet. Viele Menschen, vor allem Frauen, kennen das Gefühl der Unsicherheit, wenn sie abends im Dunkeln alleine unterwegs sind. Das Heimwegtelefon hilft und gibt ein Gefühl von Sicherheit, nicht alleine zu sein.
Vor allem jetzt während der Corona-Pandemie und mit Hinblick auf Weihnachten ist die TelefonSeelsorge ein Angebot, das ein wenig Ruhe im Alltag schaffen kann, der zurzeit von vielen Sorgen geprägt ist. Wenn nicht klar ist, wann das Homeoffice endlich wieder vorbei ist oder wann ein neuer Job möglich wird, wann wir endlich lange vermisste Freund*innen und Familie wiedersehen können, wann wir wieder auf Konzerten zusammen tanzen oder auf Weihnachtsmärkten wieder gemeinsam Glühwein trinken können, wann wir uns wieder umarmen oder im Gottesdienst gemeinsam singen können.

Wenn uns all diese Fragen umtreiben und nicht ruhen lassen, dann kann die TelefonSeelsorge ein sicherer Ort sein, um die Fragen und Sorgen loszuwerden, die Einsamkeit zu überwinden und wieder ein wenig Ruhe in uns einkehren zu lassen. Ein Anruf kann helfen.

Laura Runde

Telefonnummern, die helfen können:
- Evangelische TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111
- Katholische TelefonSeelsorge: 0800 111 0 222
- Mail oder Chat: online.telefonseelsorge.de
- Studentische TelefonSeelsorge (Stuts): 040 411 70 411
- Heimwegtelefon e.V.: 030 120 74 182


Durch einen telefonischen Besuchsdienst Nähe schenken

Die Zuspitzung der Corona-Krise zwingt dazu, wieder ver stärkt liebevolle Distanz zu wahren. Insbesondere ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen drohen dadurch erneut in die Isolation zu geraten und sehr einsam zu werden. Persönliche Besuche sind wegen des Infektionsrisikos nicht möglich. Um sie trotzdem nicht allein zu lassen, möchten wir ihnen anbieten, am Telefon über ihre Sorgen zu sprechen oder einfach zu reden, zu klagen und zu lachen. Für diesen telefonischen Besuchsdienst suchen wir Menschen, die Lust und die Möglichkeit haben, an einem Nachmittag in der Woche für ein oder zwei Stunden für solche Gespräche am Telefon bereit zu sein.

Wenn Sie mitmachen können, melden Sie sich bitte bei Frau Lemcke im Kirchenbüro (Tel. 473565) oder bei Pastorin Rogmann (Tel. 401518).